Iss nachhaltig! Lebensmittelverschwendung im Haushalt

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Iss nachhaltig! Lebensmittelverschwendung im Haushalt

Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) werden im Jahr alleine in Deutschland 12 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr werden weggeworfen. Diese fallen auf den verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette an. Wir wollen Euch darüber informieren wann und warum Lebensmittel verschwendet werden und wie ihr als Verbraucher etwas dagegen tun könnt!

Frei nach dem Motto: Das kannst du tun! #issnachhaltig

Lebensmittelverschwendung Haushalte: Unsere erste Station auf der Reise zu den Gründen & Gegenmitteln zu Lebensmittelabfällen führt zu uns selbst: Den privaten Haushalten. Mit rund 6.1 Mio Tonnen pro Jahr machen sie ganze 61% aus. Hauptgründe – & hier bitte einmal alle an die eigene Nase fassen 😉 – ist eine Fehlplanung des Einkaufs, aber auch die falsche Lagerung von Lebensmitteln. Doch keine Sorge: Hier unsere Tipps an alle die auch nachhaltig orientierte Anti-Food-Waste Aktivisten werden wollen

Tipp 1: Essensplan erstellen

Um nicht so viele Reste im Haushalt entstehen zu lassen ist ein ganz einfacher Trick: Buy what you (really) need!   Am einfachsten machst du dir für jede Woche einen Essensplan und kaufst dann auch nur das ein was du für diese Gerichte benötigst. So vermeidest du, dass Lebensmittel im Kühlschrank verschwinden, die erst wieder auftauchen, wenn sie nicht mehr genießbar sind. Auch viele Apps (zB. Bring) helfen dir bei der Organisation deiner Einkäufe & erinnern dich im Supermarkt daran was du wirklich brauchst. Kleine Icons geben eine super Übersicht & als Plus on Top werden auch noch saisonale Lebensmittel angezeigt. So lernt man auch noch einen wichtigen Bezug zu den Fruchtfolgen von Obst und Gemüse -toll oder? Einen Saisonkalender findet ihr auch hier auf wattislos.com.

Tipp 2: Reste verwerten

  • Überreifes Obst und Obst mit Druckstellen

Aus überreifen Bananen, unschönen Äpfeln, Erdbeeren mit Druckstellen und Co kann man sich ganz einfach einen leckeren Smoothie zubereiten, es zu Obstmus verarbeiten oder es für eine Marmelade einkochen. Eingefroren eignen sie sich außerdem super zur Herstellung von gesundem Blitzeis oder geben eine Grundlage für fluffiges Bananenbrot. Aber Vorsicht: Angeschlagene stellen solltet ihr großzügig entfernen & bei Schimmelbefall bitte gar nicht mehr verzehren. Die Ausnahme sind Äpfel, bei denen der Schimmel nicht tief in das Gewebe hineinwachsen kann.

  • Nicht mehr knackiges Gemüse

Wenn dein Gemüse schon ein bisschen zu lange zu Hause liegt und nicht mehr knackig ist oder ein paar Druckstellen hat, dann wirf es nicht weg, denn es ist die perfekte Grundlage für einen Gemüsesmoothie, eine Gemüsecremesuppe oder sogar zur Herstellung deiner ersten eigenen Gemüsebrühe. Welke Karotten und Salat lassen sich außerdem wieder aufpeppen, indem ihr sie ca. 30 min in kaltes Salzwasser einlegt. Grundlage hierfür ist die sogenannte Osmose.

  • Gemüsegrün

Dieses landet meistens direkt im Müll, dabei kann man so tolle Sachen daraus zaubern.

Blumenkohlblätter, Radieschengrün, Rettich- und Kohlrabiblätter oder Karottengrün kann man wunderbar zu einem leckeren Pesto verarbeiten.

Den Brokkoli- oder Blumenkohl Strunk kann man weich kochen und zu einem tollen Püree verarbeiten oder einfach schälen, in Scheiben schneiden und mitkochen. Auch als Low carb Reisvariante oder zur Herstellung eines leckeren Rohkostsalates muss man ihn nicht verschmähen. Die Blätter der roten Beete können wie Mangold zubereitet werden und die Blätter von Kohlrabi wie Spinat.

  • Gemüsereste

Aus den Schnippel Resten vom Gemüse, wie zum Beispiel den Endstücken der Zucchini, der Schale von Karotten, Gurken, Spargel und Zwiebel, Kräuterstile und Brokkolistrunken kann man eine schmackhafte Gemüsebrühe selbst herstellen.

Aus den Schalen von Kartoffeln, Roter Beete oder Rettich kann man sich auch ganz einfach Gemüsechips machen. Am besten hierfür aber nur Bio-Gemüse verwenden.

  • Gemüse selbst nachziehen

Einige Gemüsesorten kannst du einmal kaufen und dann immer wieder selbst nachziehen.

Beispiel 1: Frühlingszwiebel: Einfach die unteren zwei Zentimeter zusammen mit dem Wurzelrest übrig lassen und in ein Glas Wasser stellen. Wenn man das Wasser regelmäßig wechselt wächst das grün schon nach ca. einer Woche nach.

Beispiel 2: Ingwer: Lässt man den Ingwer eine Weile liegen wachsen kleine Triebe. Brich den Trieb ab und pflanze ihn ein. Nach regelmäßigen gießen kann man nach einigen Monaten den Ingwer ernten indem man einfach die Wurzel ausgräbt.

Weitere Infos findet ihr auch bei den #didyouknowtuesday facts von der Zero Bullshit Company!

  • Zitrusschalen

Zitrusfrüchte eignen sich hervorragend für Putzmittel. Aus den Schalen kannst du ganz leicht einen Allzweckreiniger herstellen oder du reibst mit der Innenseite der Schalen über verkalkte Armaturen und dein Wasserhahn strahlt wie neu. Hälften von ausgepressten Früchten kannst du in den Besteckkasten deines Geschirrspülers dazugeben, das hilft dabei das Wasser zu enthärten.

Neben Putzmittel kannst du Zitrusschalen z.B. auch für Tee verwenden oder für die Gesichtspflege. Reibt man die Innenseite der Schale über Unreinheiten im Gesicht sind diese schon nach ein paar Tagen deutlich gemildert.

  • Brot

Hartes Brot kannst du zu Semmelbrösel oder Semmelknödel verarbeiten.

Außerdem bekommt man altes Brot wieder ganz schnell frisch. Einfach mit Wasser bestreichen und in Alufolie gewickelt kurz in den Ofen schieben. Auch durch einfaches toasten kann man ältere Semmeln wieder lecker machen. Grund hierfür ist die Freisetzung von Wasser aus den Stärkekörnern im Brot (deswegen ist der Effekt auch nur von kurzer Dauer – also schnell das knusprig, warme Toastbrot aufessen bevor es kalt wird 😊)

  • Kerne

Auch Melonenkerne oder Kürbiskerne landen fälschlicher Weise meisten im Müll. Wenn man sie im Backofen röstet und süß oder salzig würzt ergeben sie einen leckeren Snack. Geheimtipp: Als Ölvariante eignet sich Kokosöl hervorragend und gibt auch noch einen einzigartigen Geschmack!

  • Lebensmittel als Gartendünger

Abgesehen vom normalen kompostieren können einige Küchenreste auch perfekt als Pflanzendünger verwendet werden. Getrockneter Kaffesatz, Eierschalen (zerkleinern und ins Gießwasser geben), Kartoffelwasser (ohne Salz), Bananenschalen (zerkleinern und ins Gießwasser geben) oder eine Jauche gegen Pilze und Grauschimmel aus Zwiebelschalen.

Tipp 3: Richtige Lagerung

Ein Grund für den schnellen Verderb oder auch Qualitätsverluste von Lebensmittel ist deren falsche Lagerung. Als grobe Richtlinie kannst du dir merken: Lagere alles bei der Temperatur, bei der es auch wächst.

  • Knollen & Co

Alles was unter der Erde wächst (Kartoffeln, Auberginen, Zwiebeln) mag es kühl und dunkel.

  • Tomaten

Bitte nicht frieren lassen! Lagere Tomaten so lange wie möglich bei Raumtemperatur, um den Geschmack zu bewahren und eine mehlige Konsistenz zu vermeiden. Diese kommt durch die Kristallisation von Fett in den Tomatenzellwänden

  • Öle

Öle mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fetten (zB Leinöl, Kürbiskernöl, Walnussöl) solltet ihr nach Anbruch im Kühlschrank aufbewahren, um das Ranzig werden zu vermeiden. Olivenöl lagert sich dahingegen  – vor allem wenn es nativ ist – am besten bei ca. 20°C, da sonst einige enthaltenen Fette & Wachse fest werden. Ein lichtgeschützter Ort ist jedoch auch hier wichtig. Das verhindert die Oxidation (& schlussendlich das Ranzig werden).

  • Leinsamen

Hier der Rat: Buy it as a whole! Auch Leinsamen sind reich an ungesättigten Fetten. Unser Tipp: ganze Samen kaufen & selbst relativ frisch mit einem Smoothiemaker oä. Schroten. So habt ihr auch alle was von der oftmals angepriesenen, positiven gesundheitlichen Wirkung.

  • Brot

Hätte ihr das gedacht? Brot ist eines der meist weggeworfenen Lebensmittel der Welt! Richtig lagert es sich in einem atmungsaktiven Brotkasten, aus dem die Feuchtigkeit entweichen kann. Viele schwören hier auf Brottöpfe aus Keramik, da diese die Feuchtigkeit aufnehmen & aber wieder an das Brot abgeben können. Dies beugt der Schimmelbildung vor. Außerdem interessant: Je mehr Schrott & Kerne, desto länger bleibt das Brot saftig. Wichtig natürlich: Raus aus der Plastiktüte!

Sandra von der Zero Bullshit Company und Anna von wattislos.com

Ein Beitrag in Kooperation mit Watt is los!

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